Schulbau im Unterricht

Schüler*innen entwerfen Architektur für „Neues Lernen“

 

Herausforderung: Das Schulgebäude prägt wesentlich das Verhalten, die Bewegungen und die Stimmung der Schulfamilie. Auch die Schüler*innen werden durch die Qualitäten und Defizite der Räume geprägt. Als aktive Nutzer*innen der Räume müssen sie auf Augenhöhe in den Diskurs um das Schulgebäude eingebunden werden.

Ansatz: Gerade am eigenen Schulgebäude lassen sich Wahrnehmung und Verhalten analysieren, sowie eigene kreative Ideen aus der Nutzer*innenexpertise entwickeln. In Planungswerkstätten und Entwurfsaufgaben können junge Menschen ihre Ideen in den Diskurs um Lernräume einbringen. Sie sind Expert*innen für das Schulgebäude, aber auch für andere Lernumgebungen – in der Natur, mit dem Handy oder in der Werkstatt. Ihr Wissen sowie ihr Lernverhalten können sie in freien Entwurfsaufgaben bis zu konkreten Themen der Schulgestaltung einbringen.

Herangehensweise: In Planungswerkstätten werden alle Schritte eines klassischen architektonischen Entwurfsprozess im Unterricht oder Workshops durchgeführt: von der Bestandsaufnahme, der Ideenfindung mit ästhetischen und funktionalen Aspekten über Skizzen und Modellen zum Entwurf. Dabei wird Architektur als komplexer Prozess deutlich und die Methode des Entwerfens als offener, problemlösungsorientierter Gestaltungsprozess erlebbar. Die Schüler*innen können ihre Kreativität einbringen, am Modell überprüfen und ihre Ideen fachlich richtig, maßstabsgerecht aufbereiten und ggf. vor der Schulleitung und der/m Sachaufwandsträger*in präsentieren.

Beispiel: Der bayerische Schüler*innen Wettbewerb “Architektur für Neues Lernen” fragte im Schuljahr 2017/18, in welchen Räumen junge Menschen in Zukunft lernen wollen. Mit der für den Wettbewerb entwickelten Sequenz lassen sich in 8-10 Unterrichtseinheiten Entwürfe für Lernräume von morgen gestalten. Die didaktischen Materialien sind ab 4. Klasse bis zur Oberstufe anwendbar. Unter folgendem Link können sie den didaktischen Leitfaden sowie Arbeitsblätter und Hinweise herunterladen:

FOTOS
www.schulwärts.de/neueslernen

Ansprechpartner*innen: Stephanie Reiterer, Jan Weber-Ebnet
Architektur und Schule e.V., bauwärts
kontakt@bauwärts.de

Alltagspraxis Schulumbau

Schule aktiv mitgestalten und verändern

Herausforderung: Die meisten Lehrerkollegien und auch Schüler*innen haben eine klare Vorstellung, wie und an welcher Stelle sich der Schulalltag verbessern ließe. Bereits kleine Maßnahmen, können in vielen Situationen erste Abhilfe schaffen. Die Realisierung scheitert aber oft an fehlender Finanzierung, fehlender fachlicher Unterstützung bei Planung und Bau oder an fehlendem Zutrauen, Schule so sichtbar mitgestalten zu dürfen und zu können.

Ansatz: Ziel ist eine neue Alltagspraxis der Beteiligung in der Veränderung und Mitgestaltung des eigenen Schulbaus zu etablieren. Schule wird zum permanenten Raumlabor – zur „Baustelle“ und gibt den Schüler*innen die wesentliche Erfahrung der Selbstwirksamkeit. Aus derartigen Projekten können zudem Erkenntnisse abgeleitet werden und in eine bedarfsgerechte Planung einfließen.

Herangehensweise: Mit den Schüler*innen werden räumliche Defizite und Potentiale im Schulhaus erhoben, in Planungsworkshops erste Nutzungsszenarien formuliert und in Arbeitsmodellen Gestaltungsansätze entwickelt. Die Ideen werden in Absprache mit der Schulleitung und der/m Sachaufwandsträger*in realisiert: Im Kunst oder Werkunterricht oder an Projekttagen können mit vertretbarem Aufwand kleine abgeschlossen Selbsthilfemaßnahmen umgesetzt werden. Mit fachlichem Input und der Begleitung durch Architekt*innen oder Designer*innen werden so aus Ideen realisierbare,qualitätsvolle Bauprojekte in Schulhaus und -hof.

Beispiel: Multifunktionsraum, Mittelschule Burgweinting
Im Rahmen einiger Projekttage entwickelten ausgewählte Schüler*innen der 6. Klasse eine Vision für ihren Multifunktionsraum in ihrem Lernhaus. Die im Modell von den Schüler*innenn erdachten Möbel wurden von der begleitenden Innenarchitektin in Werkpläne übertragen. In der schuleigenen Schreinerei wurden in den kommenden Jahren Schrankelemente, Hocker und Tisch, Sitzelemente und Regale im Werkunterricht gefertigt. Auch der Förderverein war von den Ideen der Schüler*innen überzeugt und ermöglichte die externe Sonderanfertigung eines Sitznestes.

FOTOS REGENSBURG
www.schulwärts.de/schulumbau

Ansprechpartner*innen: Stephanie Reiterer, Jan Weber-Ebnet
Architektur und Schule e.V., bauwärts
kontakt@bauwärts.de

 

Temporäre Raumproben

Erkenntnisse durch kurzzeitige bauliche Veränderungen

Herausforderung: Schüler*innen sind Expert*innen für ihr Schulgebäude, sie kennen Qualitäten und Defizite, erfinden neue Nutzungen und loten die Räume täglich in ihrer Funktionalität aus.Dieses Nutzer*innenwissen ist wesentlich für die Planung und Sanierung von Gebäuden.

Ansatz: Im Fokus von Sanierungen und Umbauten stehen ungenutzte oder verbesserungsbedürftige Raumbereiche. Mit fachlicher Unterstützung von Architekt*innen können Ideen und neue Nutzungen für diese Räume in temporären, baulichen Versuchsanordnungen überprüft werden. In Raumlaboren können modellhaft neue Nutzungen und Raumvarianten getestet werden. Architekt*innen können aus den Raumlaboren Erkenntnisse über Bedarfe und Alltagserfahrungen der Nutzer*innen sowie ungewöhnliche Nutzungsideen ziehen.

Herangehensweise: In einer eingehende Analyse des Schulgebäudes werden Raumpotentiale und verbesserungsbedürftige Orte festgestellt. In Modellen oder Skizzen werden neue Nutzungsansätze und Verbesserungsvorschläge entwickelt und mit den begleitenden Architekt*innen diskutiert. Interessante Ideen werden im Raumlabor mit einfachen (Leih-)Materialien wie Pappen, Paletten, Bretter oder Bierkisten simuliert und im Schulbetrieb kurzzeitig auf die Nutzbarkeit hin überprüft.

Beispiel: Schulcafé Gymnasium Ottobrunn
Nach den Entwürfen der Schüler*innen im Rahmen eines P-Semianrs entstand eine gemeinsame Idee für ein Schulcafé. Aus Wabenpappen wurde der Innenausbau 1:1 in dargestellt.

Das Raumlabor überzeugte Schulfamilie und Schulleitung, Geld für eine Realisierung wurde bereitgestellt und die Schüler*innen realisierten ihr Café eigenständig.

FOTOS OTTOBRUNN
www.schulwärts.de/raumprobe

Ansprechpartner*innen: Stephanie Reiterer, Jan Weber-Ebnet
Architektur und Schule e.V., bauwärts
kontakt@bauwärts.de

Hack Your Classroom

Das Klassenzimmer an unterschiedliche Lernformate anpassen

Herausforderung: Den klassischen Frontalunterricht gibt es heute immer weniger, die Klassenzimmer sehen in den Bestandsbauten aber immer noch wie gewohnt aus. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass große, partizipative Umgestaltungen im Schulhaus sich aufgrund politischer Entscheidungen verzögern können oder nicht realisierbar sind. Darum benötigt es Anstoß zur Veränderungen auf Klassenzimmerebene, um sich schneller an die Herausforderungen des 21 Jahrhunderts anzupassen. Kinder lernen heute anders und benötigen andere Kompetenzen nach dem Verlassen der Schule – darauf muss auch das Klassenzimmer reagieren. Denn wir sind davon überzeugt, dass der „Raum als dritter Pädagoge“ das Verhalten und die Einstellung der Schüler*innen und Lehrer*innen beeinflusst und damit großen Einfluss auf den Lernprozess der Kinder und Jugendlichen hat.

Ansatz: Mit „Hack your Classroom“ wollen wir Lehrer*innen und Schüler*innen dabei unterstützen, ihre Klassenräume innerhalb der bestehenden Infrastruktur so zu ertüchtigen, dass ein besseres Lernen für die Herausforderungen und Anforderungen des 21. Jahrhunderts („21st century skills“) möglich wird. Das Projekt zielt auf schnelle und einfache Lösungen, die unter Mitwirkung aller Beteiligten vor Ort realisiert werden können. So können Ertüchtigungen im Klassenzimmer mit geringen Kosten und einfachen Materialien durchgeführt werden und es kann auf unterschiedliche Bedürfnisse beim Lernen eingegangen werden. Die Flexibilität im Raum wird erhöht und es können neue Arten der Wissensvermittlung ausprobiert werden.

Herangehensweise: Für die iterative und partizipative Neugestaltung des Klassenzimmers wurden zwei Workshops und eine Hausaufgabe konzipiert welche in einem Bautag mit der Schulfamilie münden. In einem ersten Workshop erfahren die Schüler*innen den Einfluss von unterschiedlichen Raumformaten auf Lernsituationen: sie bauen ihr Klassenzimmer drei Mal um. In einer Hausaufgabe können sie ihre Bedürfnisse, Wünsche und Ansprüche an ein Klassenzimmer zu Papier bringen. Diese Ideen werden in einem weiteren prototypischen Workshop nachgebaut und getestet. Alle Ideen fließen in die Möbelentwürfe eines/r Schreiners*in und werden nach Rücksprache mit den Lehrer*innen zu einem Prototypen. Anschließen können diese Prototypen, angeleitet von einem/r Schreiner*in, an einem Bautag, oder im Werkunterricht selbst gebaut werden.

Beispiel: Die Südschule Bad Tölz hat sich in den letzten 1,5 Jahren mit einer partizipativen Schulentwicklung beschäftigt. Es fanden sowohl Gestaltungsprozesse im Schulhaus, aber auch Veränderungen in der Lehre statt. Mit diesem Projekt soll die Umgestaltung des Schulgebäudes auch auf Klassenzimmerebene runter gebrochen werden. Drei Klassen aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen haben sich gemeinsamen mit ihren Lehrerinnen auf den Weg gemacht, ihr Klassenzimmer durch kleine „hacks“ zu ertüchtigen. In den Workshops und den Hausaufgaben sind viele Ideen zur Verbesserung der Lernsituation entstanden: meist kleine Änderungen mit großer Wirkung. Die entstandenen Prototypen wurden von einem Schreiner in Bauanleitungen für die Möbel übersetzt und gemeinsam mit den Schüler*innen gebaut. So entstanden neue Möglichkeiten, den Raum schnell und bedürfnisorientiert an Lernformate und Situationen anzupassen.

Ansprechpartnerin: Vera Steinhauser (Hans Sauer Stiftung)

v.steinhauser@hanssauerstiftung.de

 

Bildungslandschaften

Bildungsorte im Stadtviertel entdecken und erleben

Herausforderung: Kinder und Jugendliche lernen nicht nur in der Schule. Dennoch liegt der Schwerpunkt des Bildungssystems hauptsächlich hier. Da Kinder aber auch an informellen Orten und durch informelle Beziehungen fürs Leben lernen, sollten diese in den Schulalltag integriert werden.

Ansatz: Wenn Schulen sich hin zur direkten Nachbarschaft in ihren Stadtvierteln öffnen, können sie eine ganzheitliche Lernwelt für Schüler*innen schaffen: in einem partizipativen Verfahren soll die gesamte Schulfamilie zur Öffnung der Schule, hin zur Nachbarschaft, beitragen. Es ist wichtig, dass die Schüler*innen der Schule zur Erschließung von informellen Lernorten beitragen, da sie selbst diese Orte am besten kennen. Somit kann die Schule eine größere Rolle im Stadtteil einnehmen oder sich selbst (informelle) Bildungspartner*innen in den Schulalltag einladen. Wichtig ist der Bezug zu den Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen: so kann ein potentieller Ausbildungsbetrieb aus der Nachbarschaft aber auch ein Bolzplatz Teil einer Bildungslandschaft werden.

Herangehensweise: In einer vorbereitenden Hausaufgabe werden die Schüler*innen in Form eine Wochentagebuchs zu ihren Aktivitäten in ihrer Freizeit befragt. Wo halten sie sich gerne auf? Wo kommen sie auf ihrem Schulweg vorbei, etc.  (Downloadlink zum Template). So kann die Lehrkraft einen gewissen Radius um die Schule markieren und erste wichtige Orte definieren. In einem Projekttag werden dann spannende Orte von den Schüler*innen zunächst in einer Karte markiert und dann selbst erkundet und charakterisiert. (Downloadlink zum Template). Diese gesammelten Informationen dienen den Lehrer*innen nun als Grundlage zur Einladung von neuen Kooperationspartner*innen, Exkursionen oder sogar zur Implementierung von Bildungspartnerschaften innerhalb ihres Schulalltags.

Beispiel: Die Südschule Bad Tölz hat sich in den letzten 1,5 Jahren mit einer partizipativen Schulentwicklung beschäftigt. Es fanden sowohl Gestaltungsprozesse im Schulhaus, aber auch Veränderungen in der Lehre statt. Da die Schule eine große Begeisterung für innovative Schulkonzepte und ein sehr motiviertes Lehrerkollegium besitzt, möchten sie sich dem gesellschaftlichen Wandel nicht verschließen und ihre Schule zur Nachbarschaft hin öffnen.  Um die Kinder und auch das Lehrerkollegium für das Thema zu gewinnen, wurden diese Hausaufgabe und der Projekttag entwickelt. Die neuen Informationen aus dem Alltag der Kinder, die erschlossenen Orte und Themen können nun in den Schulalltag mit einfließen. Gewünscht ist, dass langfristige Bildungspartnerschaften im Umfeld der Süd Schule entstehen, welche auch Teil der Lebenswelt der Kinder sind.

Ansprechpartnerin: Vera Steinhauser (Hans Sauer Stiftung)

v.steinhauser@hanssauerstiftung.de

mach-mal-digital.de

Mehr über die Gestaltungsmöglichkeiten digitaler Werkzeuge erfahren und erleben

Herausforderung: Wie können wir Lehrer*innen inspirieren, motivieren und befähigen, Lernumgebungen mit digitalen Werkzeugen und neuen Technologien zu gestalten?
Wir haben eine Inspirations- und Fortbildungsplattform für Lehr*innen zur Gestaltung digitaler Lernarrangements entwickelt. Darauf geben wir Einblicke in die Klassenzimmer von Lehrkräften, um zuveranschaulichen, wie digitale Hilfsmittel konkret zur Gestaltung von Lernerfahrungen genutzt werden können. Weiterhin erleichtern detaillierte Anleitungen der Tools die Vorbereitung und Durchführung. Basierend auf den Inhalten der Website bieten wir parallel ein Fortbildungsprogramm unter dem Motto »Einfach mal machen« an, um Päadagog*innen den Einstieg in die digitale Lehre zu erleichtern und ihnen erste Berührungsängste zu nehmen.

Ansatz: Die Digitalisierung ist ein bestimmender Faktor unserer Zukunft, der bereits heute das Leben der Kinder und Jugendlichen maßgeblich prägt. Aus diesem Grund ist es von besonderer Bedeutung, dass sie befähigt werden, mit neuen Technologien umzugehen, und deren Funktionsweisen sowie Auswirkungen verstehen lernen.Der Großteil der Schulen in Deutschland ist auf dieses neue Bildungsziel nicht ausreichend vorbereitet.
Lehrer*innen stehen heute vor der Herausforderung, ihren Alltag zu bewältigen und sich gleichzeitig neues Wissen über die Möglichkeiten digitaler Lernarrangements anzueignen. Doch es fehlt an vielen Stellen an Unterstützung, um digitale Kompetenzen aufzubauen und mentale Hürden abzubauen. »Und jetzt mach mal digital!« ist dabei eine häufig gehörte Floskel, die diese komplexe Herausforderung lapidar abtut. Aus diesem Grund haben wir bewusst diesen Namen für unserer Website aufgegriffen. Der Weg ist womöglich nicht immer optimal geebnet, aber Hürden sind kein Grund, handlungslos zu verharren. Wir wollen konkret unterstützen. Gemeinsam, kühn und mutig.

Herangehensweise: »Mach-mal-digital.de« ist eine Inspirations- und Fortbildungsplattform für Lehrende in Deutschland. Darauf porträtieren wir Lehrer*innen, die das Potenzial der digitalen Werkzeuge erkannt und den Mut haben, auf unbekanntem Terrain zu experimentieren. Wir beobachten den Ablauf ihrer Unterrichtsstunden und befragen anschließend Schüler*innen, wie sie das Lernerlebnis empfunden haben. Dadurch soll Kolleg*innen ein möglichst authentischer Einblick in das Klassenzimmer gewährleistet werden. Zusätzlich unterstützen eine detaillierte Anleitung sowie die Funktionsbeschreibung digitaler Werkzeuge bei der Umsetzung des Unterrichts.
Das dazu passende Fortbildungsprogramm soll Lehrkräften einen Erfahrungsraum zum Ausprobieren und Austauschen öffnen und ihnen helfen, erste Hürden abzubauen.

Ansprechpartnerin: Barbara Lersch (Hans Sauer Stiftung)

b.lersch@hanssauerstiftung.de

 

 

Schul-Visionenspiel

Ein partizipatives Planspiel zur Entwicklung von Schulen

Herausforderung: Schulbauten befinden sich derzeit wie nur wenige andere Bautypologien in einem Transformationsprozess. Der Umbau von Schulen beschränkt sich aber keinesfalls auf die Renovierung von Fassaden sondern ist von völlig neuen Lern- und Nutzungskonzepten geprägt. Denn die Anforderungen an Schulen haben sich verändert und so müssen sich folglich auch die architektonischen Begebenheiten anpassen. Im Mittelpunkt stehen hier die neuen Ziele, Methoden und Instrumente in der Wissensvermittlung, aber auch individuelle Bedürfnisse an Lernformate – diese müssen architektonische Berücksichtigung finden. Sollten Schulen dann noch allein von Ingenieur*innen und Architekten*innen geplant werden?
Oder kann die partizipative Gestaltung von Schulgebäuden ein Mehrwert für Schüler*innen und Lehrer*innen haben?

Ansatz: Das Schul-Visionenspiel kann diesen partizipative Gestaltungsprozess unterstützen.  Es kann  in kurzer Zeit, die oft sehr unterschiedlichen Bedürfnisse aller Nutzer*innen- und Interessengruppen spielerisch erkunden, kreativ verhandeln und zu einer gemeinsamen Gebäudevision zusammenbringen. Das Spiel bietet eine Plattform für die Kommunikation über Wünsche, Bedürfnisse und Ideen zum Schulalltag. Im Spiel wird über altersgerechte Piktogramme kommuniziert, so fällt es Kindern und Jugendlichen leichter über komplexe Bedürfniszusammenhänge zu kommunizieren.

Herangehensweise: Das Schul-Visionenspiel ist ein Werkzeug zur Verhandlung und methodischen Entwicklung von Schulbaukonzepten. Das Spielergebnis bietet eine vertiefte Raumbedarfsanalyse für beauftragte Architekt*innen und zeigt Nutzer*innenwünsche und Funktionszusammenhänge des Gebäudes. Je genauer die Beteiligten ihre Bedürfnisse reflektieren, umso besser können diese in den Entwurf eingebracht und Kosten- und Zeitaufwand eingeschätzt werden.

Beispiel: Das Foyer der Südschule ist Ankunftshalle, Versammlungsstelle und Veranstaltungsraum für alle Feste der Südschule in Bad Tölz. Es wird vielfältig genutzt und ist dennoch nicht optimal dafür gestaltet. In einem Prozess aus Recherchearbeiten, Ideenentwicklung, Erprobung, iterativer Verbesserung sollte exemplarisch die Gestaltung und veränderte Nutzung dieser großen Gemeinschaftsfläche fokussiert werden. Aber auch die Gänge und der Außenbereich sollen miteinbezogen werden. Leitend ist dabei die Frage, wie solche Flächen auch für neue Formen des Lernens, des Zusammenarbeitens und Zusammenlebens in der Schule ertüchtigt werden können. Bei der Ideenentwicklung wurde gemeinsam mit unterschiedlichen Mitgliedern der Schulfamilie das Schul-Visionsspiel gespielt – die Ergebnisse flossen sowohl in die weitere Erprobung von Veränderungen als auch die Entwürfe des Architekten.

Als Schule können Sie das Schul-Visionspiel kostenlos bei uns ausleihen.

Ansprechpartnerin: Vera Steinhauser (Hans Sauer Stiftung)

v.steinhauser@hanssauerstiftung.de

Kaufen:

Wenn Sie das Spiel käuflich erwerben möchten, wenden Sie sich bitte an dieBaupiloten

Inspiration Game

 Innovative Lernformate für eine neue Lernkultur

Herausforderung: Auf ihrem Weg ins 21. Jahrhundert befinden sich Schulen in einem umfangreichen Wandlungsprozess. Dies geht einher mit der Umsetzung von neuen Lern- und Lehr-Ansätzen sowie mit der Entwicklung einer neuen Lernkultur.
Vielen Akteur*innen fehlt es jedoch an Inspirationen und Beispielen, wie zukünftiges Lernen aussehen kann. Die Initiative »Schule macht sich …« der Hans Sauer Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Schulen bei diesem Wandlungsprozess zu unterstützen, indem sie Werkzeuge für kollaborative und partizipative Schulentwicklung zur Verfügung stellt. Wir haben mit dem »Inspiration Game« eines dieser Werkzeuge entwickelt und umgesetzt.

Herangehensweise: Das »Inspiration Game« ist ein Spiel für Schulentwicklungsprozesse. Es bietet Inspiration durch die Beschreibung innovativer Lernformate und gleichzeitig eine methodische Struktur, um diese für den individuellen Schulentwicklungsprozess kreativ zu nutzen. Ziel ist es, Schulteams bei der Entwicklung neuer Lernformate zu begleiten. Das »Inspiration Game« besteht aus unterschiedlichen Spielkarten – Inspirations- und Prozesskarten –, mit deren Hilfe Teams aus Lehr*innen ihren Schulentwicklungsprozess kreativ gestalten können. Die Inspirationskarten stellen Beispiele von innovativen Lernformaten vor und geben Einblicke, welche Voraussetzungen diese benötigen und wie sie konkret umgesetzt werden können. Die Prozesskarten bieten einen strukturierten Ablauf, der die Teams dabei unterstützt, die Potenziale der gewonnenen Inspirationen für ihre jeweiligen Kontexte auszuloten. Das »Inspiration Game« kann in zwei Varianten gespielt werden: eine Kurzvariante für Spieler*innen, die wenig Zeit zur Verfügung haben, und eine lange Variante, die sich für die Gestaltung von umfangreichen Schulentwicklungsprozessen eignet.

Angebot 

Leihen:
Wenn Sie das Spiel ausleihen möchten, füllen Sie bitte dieses FORMULAR aus und senden es ausgefüllt an b.lersch@hanssauerstiftung.de. Wir werden uns ins Kürze zurück melden.

Ansprechpartnerin: Barbara Lersch (Hans Sauer Stiftung)

b.lersch@hanssauerstiftung.de

Kaufen:
Wenn Sie das Spiel käuflich erweben wollen, wenden Sie sich bitte an das Education Innovation Lab in Berlin.

 

überkochen


Kochen und Lernen im Unterricht

Herausforderung: Schulische Bildung umfasst zunehmend Themen aus den Bereichen Alltag, Gesellschaft und Umwelt. Eine gemeinsame warme Mahlzeit einzunehmen kann heute nicht als selbstverständlich betrachtet werden. Sprachliche Barrieren und strukturelle Unterschiede stellen die Lehre vor grundlegende Herausforderungen jenseits der Vermittlung von fachbezogenen Inhalten. Wie lässt sich eine gemeinsame Basis der Kommunikation und des Miteinanders schaffen? Wie können wir Anknüpfungspunkte für Lerninhalte gestalten, die an die diversen Lebenswelten von Schüler*innen anschließen?

Ansatz: Mit überkochen kommt ein neues Lernformat an die Schule – gemeinsames Kochen. Ein selbst entwickelter mobiler Küchenwagen mit Unterrichtsmaterialien dient als Werkzeug, die Bedeutung des Umgangs mit Lebensmitteln in Bezug auf Umwelt und Gesundheit zu vermitteln. Das überkochen- Konzept baut eine Brücke für Lehrkräfte, um über die Themen Ernährungsbildung und Umweltbildung einen Zugang zu Schüler*innen zu finden – sie in ihren Lebenswelten abzuholen und voneinander lernen zu lassen. Barrieren gegenüber bisher unbekannten Kulturen und Traditionen werden abgebaut und Schüler*innen in ihrer Individualität gestärkt. Hierfür werden Lehrkräfte in Workshops zu Multiplikatoren ausgebildet und erlernen, wie sie solch projektartiges Arbeiten in ihren Unterricht integrieren können. überkochen trägt dazu bei, die von der UN verfassten Ziele zur Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Unterricht zu integrieren. Let’s cook!

Herangehensweise: Der überkochen-Wagen ist als mobile Küche für das Klassenzimmer entwickelt worden und schafft eine motivierende Arbeits- und Lernatmosphäre im Klassenzimmer. Rezepte, Aktionen und viele Informationen rund um Gesundheit, Kultur und Ökologie ergänzen das Konzept und erleichtern die Anwendung im Unterricht. Im Vordergrund steht der Genuss und spielerische Zugang zum Lernen. Schüler*innen übernehmen dabei verantwortungsvolle Rollen. Die Inhalte knüpfen an den Lehrplan an und schaffen den praktischen Bezug zu theoretischen Fachinhalten. Kochen ist Mathematik, Physik, Geografie, Sprachen lernen …

Produziert werden die überkochen-Wagen in den Werkstätten der JVA-Niederschönenfeld. Junge, straffällig gewordene Erwachsene erhalten hier die Chance eine Berufsausbildung zu erlangen und einer Beschäftigung nachzugehen. Mittelbar leisten wir so gemeinsam einen Beitrag zur Resozialisierung. Durch eine Kooperation mit der Hochschule Albstadt-Sigmaringen erarbeiten und testen Studierende des Studiengangs Lebensmittel, Ernährung und Hygiene Rezepte für überkochen.

In München und Umgebung sind knapp 20 überkochen-Wagen im Einsatz und auch an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen wird der Wagen in der Lehre verwendet. Das Projekt wird mit Partnern und Experten regelmäßig evaluiert und erweitert.

Beispiel: Der überkochen-Wagen kann inklusive Lehrmaterial und Einführungsworkshop bestellt werden. Projekt- und themenbezogen kann der Wagen auch temporär gemietet werden. Das überkochen-Team heißt experimentelle Einsätze willkommen. Ansprechpartner finden Sie auf www.ueberkochen.org
Das Referat für Bildung und Sport der Stadt München verleiht darüber hinaus jährlich zehn Wagen an interessierte Schulen. Neben dem klassischen überkochen-Wagen werden zukünftig auch weitere mobile Lernstationen entstehen, die dem Mangel an Fachräumen entgegenwirken und Experimente, wie zum Beispiel in Chemie und Physik, im Klassenzimmer ermöglichen.

Ansprechpartner*innen: überkochen e.V.

info@ueberkochen.org

 

 

 

Raumbuch

Bestandsermittlung und Formierung eines Schulbauteams

Die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses werden in einem Raumbuch gebündelt. Es spiegelt Erkenntnisse aus der Nutzer*innenperspektive und dem spezifischen Schulleben wieder. Es zeigt wesentliche Ansätze und Bedingungen einer bedarfsgerechten Planung. Das Raumbuch fasst alle Ergebnisse der qualitativen und quantitativen Bestandsaufnahme zusammen. Es stellt das individuelle Profil der Schule dar und formuliert eine Leitphilosophie für die Schulentwicklung.
Es erfasst die Flächen des Bestands, stellt sie den förderfähigen Flächen gegenüber und ermöglicht eine erste Einschätzung der Förderfähigkeit. In Raumprofilen werden die Raumanforderungen und Bedarfe der Fachbereiche ermittelt und in einen strukturellen, räumlichen Zusammenhang gebracht. Auf dieser Basis werden erste Flächenansätze aller Räume getroffen.
Das Raumbuch bildet die Grundlage für einen Wettbewerb oder die weitere Planung nach einem Vergabeverfahren.
Es liefert zudem die pädagogische und räumliche Begründung für eine erhöhte staatliche Förderung des Bauvorhabens.

FOTOS HOLBEIN
www.schulwärts.de/holbein

Ansprechpartner*innen Stephanie Reiterer, Jan Weber-Ebnet Architektur und Schule e.V., bauwärts kontakt@bauwärts.de