Visionenspiel

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Visionenspiel – Planspiel zur Entwicklung von Schulen

Herausforderung: Schulbauten befinden sich derzeit wie nur wenige andere Bautypologien in einem Transformationsprozess.  Der Umbau von Schulen beschränkt sich aber keinesfalls auf die Renovierung von Fassaden sondern ist von völlig neuen Lern- und Nutzungskonzepten geprägt. Denn  die Anforderungen an Schulen haben sich verändert und so müssen sich folglich auch die architektonischen Begebenheiten anpassen.  Im Mittelpunkt stehen hier die neuen Ziele, Methoden und Instrumente in der Wissensvermittlung, aber auch individuelle Bedürfnisse an Lernformate müssen architektonische Berücksichtigung finden. Sollten Schulen dann noch allein von Ingenieuren und Architekten geplant werden?

Oder kann die partizipative Gestaltung von Schulgebäuden ein Mehrwert für Schülerinnen und Schülern, Lehrinnen und Lehrer haben?

Ansatz: Das Visionenspiel kann diesen partizipative Gestaltungsprozess unterstützen.  Es kann  in kurzer Zeit ,die oft sehr unterschiedlichen Bedürfnisse aller Nutzer- und Interessengruppen spielerisch erkunden, kreativ verhandeln und zu einer gemeinsamen Gebäudevision zusammenbringen.  Das Spiel bietet eine Plattform für die Kommunikation über Wünsche, Bedürfnisse und Ideen zum Schulalltag. Im Spiel wird über altersgerechte Piktogramme kommuniziert, so fällt es Kindern und Jugendlichen leichter über komplexe Bedürfniszusammenhänge zu kommunizieren.

Herangehensweise: Das Visionenspiel ist ein Werkzeug zur Verhandlung und methodischen Entwicklung von Schulbaukonzepten. Das Spielergebnis bietet eine vertiefte Raumbedarfsanalyse für einen beauftragten Architekten und zeigt Nutzerwünsche und Funktionszusammenhänge des Gebäudes. Je genauer die Beteiligten ihre Bedürfnisse reflektieren, umso besser können diese in den Entwurf eingebracht und Kosten- und Zeitaufwand eingeschätzt werden.

Case: Das Foyer der Südschule ist Ankunftshalle, Versammlungsstelle und Veranstaltungsraum für alle Feste der Südschule in Bad Tölz. Es wird vielfältig genutzt und ist dennoch nicht optimal dafür gestaltet. In einem Prozess aus Recherchearbeiten, Ideenentwicklung, Erprobung, iterativer Verbesserung sollte exemplarisch die Gestaltung und veränderte Nutzung dieser großen Gemeinschaftsfläche fokussiert werden. Aber auch die Gänge und der Außenbereich sollen miteinbezogen werden. Leitend ist dabei die Frage, wie solche Flächen auch für neue Formen des Lernens, des Zusammenarbeitens und Zusammenlebens in der Schule ertüchtigt werden können. Bei der Ideenentwicklung wurde gemeinsam mit unterschiedlichen Mitgliedern der Schulfamilie das Visionsspiel gespielt – die Ergebnisse flossen sowohl in die weitere Erprobung von Veränderungen als auch die Entwürfe des Architekten.